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 © Christian%20Heeb
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Love is in the Air



Seit die Pacific Princess in den Siebzigern als Love Boat durch Karibik und TV kreuzte, sind Schiffsfahrten ein Symbol für Liebe und Romantik. Saskia Eversloh war auf der Jungfernfahrt der Ruby Princess aus derselben Flotte, wo sich viele Paare ihr (zweites) Ja-Wort gaben.

Dutzende weißgestärkter Kochmützen defilieren die Treppen vom "Lido"-Deck hinauf zur Kapitänsbrücke. Auf den Stufen platzieren sie sich im Takt der Blaskapelle vor den blau-weißen Uniformen der Service-Kollegen. Unzählige Angestellte zuckertortengleich arrangiert in drei Schichten vor den rosaweißen Wölkchen des karibischen Himmels.
Wie Marzipanverzierungen schlängeln sich rubinrote Rosetten um die weißen Geländer. Rubinrot wie die Rosengestecke, die im Pool schwimmen. Rubinrot wie die Abendkleider der Ladys, deren Begleiter rote Fliegen tragen, um der Schiffstaufe an diesem Nachmittag - wie der Dresscode es verlangt - in der Farbe der Liebe beizuwohnen.

Ein Schiff für Ja-Sager


 © Christian%20Heeb
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Abfahrt in Miami
Gavin MacLeod, Sprecher der Princess Flotte und bekannt als Captain Stubing aus der Fernsehserie "Love Boat", die in den Siebzigern und Achtzigern auf der Pacific Princess gedreht wurde, steht oben auf der Brücke neben dem echten Kapitän, Tony Yeomans aus Großbritannien. Er und seine Crew bieten eine absolut perfektionierte Kulisse für das eine, entscheidende Wort: Ja!
Trauungszeremonien in der schiffseigenen Hochzeitskapelle, Erneuerung des Eheversprechens unter freiem Himmel, romantische Frühstücke zu Zweit - fast zwei Drittel der über 1.500 Kabinen und Suiten haben einen eigenen Balkon oder gar eine Terrasse. 1.225 Angestellte, wie die Barkeeperin aus Südafrika, der Musiker aus Kuba oder der philippinische Zimmerjunge werden alles tun, damit der Werbeslogan "Escape Completely" während der Flitterwochen in Erfüllung geht.

Schiffstaufe mit Braut


Viele Paare, hauptsächlich aus Florida und den angrenzenden US-Staaten, sind angereist, um in Fort Lauderale einzuschiffen und einige Tage Romantik zu atmen. Froh, eine der Kabinen ergattert zu haben, lauschen die Liebenden den Rednern. Wie zum Beweis marschiert nun Love Boat Captain Gavin MacLeod mit der ersten - und für die Zeremonie der Schiffstaufe - einzigen Braut geradewegs zum purpurnen Bühnenaltar. Die Schiffskapelle begleitet sie, tausende von Gästen jubeln ihnen zu.
Auserwählt in einem Wettbewerb der Tageszeitung USA Today, stehen Danielle Vurpillat (47), goldblond im weißen Hochzeitskleid, und ihr Bräutigam Kip Hickman (49), stolz und stattlich, auf dem rot bezogenen Podest gut sichtbar und für alle bereit zur Trauungszeremonie. Ein ungewöhnlicher Ort für eine ungewöhnliche Romanze sollte es sein. Und der eigens dafür geladene Pastor verleiht ihm die gebührende Feierlichkeit.

Liebe auf den ersten Blick


Die Leidenschaft zwischen Kip und Danielle war von Anfang an so groß, dass sich die Liebenden aus der kalifornischen Kleinstadt Dunsmuir an keine Konventionen halten konnten. Schon drei Tage vor dem ersten - von Freunden arrangierten - Date wartete er vor ihrem Büro mit einem Blumenstrauß: "Ich stand mit dem Rücken zur Glastür, als der Anruf kam. Zuerst fand ich es seltsam, dass er mich fragte, welche Haarfarbe ich habe und was ich anhätte. Dann drehte ich mich um: Vor mir stand der tollste Mann, den ich je gesehen hatte. Es war Liebe auf den ersten Blick!", berichtet Danielle Vurpillat aufgeregt.
Noch heute - fünf Jahre später - blickt Kip ergriffen auf seine Braut, wie sie im Geleit des TV-Captains vom Top Deck die Stufen zum Altar hinunterschreitet. Und während sie sich dann das Eheversprechen geben, steht ein weiteres Paar an ihrer Seite. Das erste und einzige Paar, das sich in der Kuppel-Sendung "Bachelorette" im US-Fernsehen jemals gefunden hat, so heißt es in der Pressemeldung der Princess Cruises. Trista und Ryan Sutter sind Trauzeugen und Taufpaten der Ruby Princess zugleich.

Strömender Champagner


 © Christian%20Heeb
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Auslaufen zur "Erneuerung"
Sorgfältig einstudiert der Dialog, die Aufgeregtheit, das einander Ergänzen in der Wortwahl. Dann anschließend endlich, die "God Parents" zertrümmern per Druck auf den so genannten Taufknopf die symbolisch bereitgelegte und gut fixierte Flasche, roséfarbener Champagner ergießt sich entlang der Balustraden. Rote Papierschnipsel schweben auf die Gäste herab. "We name this ship Ruby Princess. May God bless her and all who sail in her." Das Werk ist verrichtet, die Princess hat ihren Namen.
Nur noch vereinzelt durchziehen blutrote Streifen den nachtschwarzen Himmel. Zeit, vom Lido Deck auf der 16. Etage in den Bauch des 113.000 Bruttoregistertonners zu wechseln. Gebaut in Italien und im Besitz der US-Reederei Princess Cruises, führen alle Wege vorbei am freundlichen Servicepersonal, das den Weg entlang der edlen Vertäfelungen und Messingbeschläge bis hin zur marmornen Piazza weist. Dieselbe werden Danielle und Kip mit ihrem "newly weds dance" eröffnen. Für ihre Gäste. Und für alle frisch Getrauten, die da noch kommen.

Ja-Wort unter Tränen


Die Liebesmaschinerie ist in Gang gesetzt. Schon am ersten Tag gibt es auf der Ruby Princess 60 Anmeldungen für die "Wedding Chapel" - gleich neben dem Spa auf Deck 17 -, in der der Kapitän nach dem Recht der Bermudas traut. "Nur wenige Schiffe haben die Erlaubnis auf See zu trauen. In der Regel findet die Zeremonie im Hafen statt und erst für die Hochzeitsfeier geht die Gesellschaft dann an Bord", sagt Valerie Brizuela Mahon von "Imagine Weddings and Events" aus Miami.
Die Wedding Plannerin mietet sich auf verschiedenen Schiffen mit ihrem Service ein. Begehrt sind bei den Amerikanern vor allem Jungfernfahrten wie diese: "Einfach jeder liebt neue Schiffe. Sie haben immer so etwas einzigartiges und festliches an sich." Begehrt auch für die Zeremonie zur Erneuerung des Eheversprechens, "Renewal of Vows" am kommenden Mittag, angekündigt im "Princess Patter", der täglichen Bordzeitung.
Ruby wie die Princess ist auch diesmal die Kleiderordnung auf dem Neptun Deck. Dort haben sich die Paare versammelt, die ihr Ja-Wort noch einmal bestätigen wollen. Andächtig lauschen sie den Worten des Love Boat Captains und wiederholen sie. Mancher Ehefrau und auch so manchem Ehemann steigen dabei - ähnlich wie Kip und Danielle am Vortag - die Tränen in die Augen.

Fotos der Erneuerung


Yvonne Durnan, eine kleine, zierliche Person im bodenlangen rubinroten Neckholderkleid, schaut zu ihrem Mann auf. Seit 28 Jahren ist sie mit Bob verheiratet. Für die Jungfernfahrt sind sie aus Orlando angereist. "Es ist eine Möglichkeit wieder Öl in das Feuer zu gießen", meint Yvonne.
Es ist ihre erste "Erneuerung". Und dabei kichert sie, als habe sie Bob, wie er groß und ernst im schwarzen Anzug mit roter Weste vor ihr steht, gestern erst kennengelernt. Sie weiß einfach, dass er jegliche Art von Feierlichkeit mag - auch wenn er keine Miene verzieht. Dann lassen die beiden ein Foto von sich und dem Love Boat Captain Gavin MacLeod machen. Und noch eins.
Fotos wird es viele geben. Die Fotogalerie im Schiffsinneren auf dem Gang zur Piazza, wo der Brauttanz stattfand, füllt sich Tag für Tag. Danielle lächelt Kip an, Trista ihren Ryan, Yvonne Bob. Und TV-Captain Gavin MacLeod strahlt mit in die Kamera. Die Menschen auf den Bildern sehen glücklich aus. Und wenn sie am Ende der Reise von Bord gehen, dann werden der Kapitän und seine Crew alles dafür getan haben, dass sie wiederkommen. Zum Heiraten, wegen der Romantik oder einfach nur, um die Farben des karibischen Himmels zu zählen.

© Text: AMERICA/Saskia Eversloh
 

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