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 © Tourism Tennessee
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Auf dem Tennessee Whiskey Trail



Die Gilde der Brenner von Tennessee hat eine Reiseroute ins Leben gerufen, die Einblicke in 25 Whiskey-Destillen gewährt. Dabei geht es auch um Schwarzbrenner.

Bourbon spielt hier nur eine Nebenrolle: Die neue Reisestraße Tennessee Whiskey Trail mit ihren 25 Stopps führt vielmehr zu "Moonshine" - und zu Hochprozentigem, der sich erst nach einer Passage durch Holzkohle "Tennessee Whiskey" nennen darf.
Moonshine ist das raue Getränk der alten Schwarzbrenner, die im Schutz der Nacht bei Mondschein vor allem Mais und Zucker in Rachenputzer verwandelten.

Wiege von NASCAR


Während des Alkoholverbots in den USA 1920 bis 1933, der Prohibition, brachten Bootlegger den Stoff in die Speakeasy-Clubs, die Flüsterkneipen in den Städten; auch danach blühte der Schmuggel mit Unversteuertem.
Immer auf der Flucht vor dem Sheriff, tunten die Bootlegger ihre Autos zu Boliden, und bald fuhren sie Rennen.
So entstand in den Südstaaten die Rennserie NASCAR: mit dem Bristol Motor Speedway ganz im Nordosten von Tennessee als einem der größten Rennkurse der USA, und dem Nashville Superspeedway am östlichen Rand der der Staatshauptstadt.

 © Tourism Tennessee
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Destille in Gatlinburg.

Moonshine mit Steuer


In den letzten Jahren trauten sich einige Moonshiner ans Tageslicht. Die zumeist kleinen Familienbetriebe zahlten nun Steuern und fanden im Süden schnell begeisterte Kunden.
So betreibt Billy Kaufman - Sprössling einer weltbekannten amerikanischen Reisegepäck-Dynastie - in einem grob gezimmerten Verhau beim Örtchen Woodbury die Short Mountain Destillery.
Überall im Staat sind zudem Neugründungen aus dem Boden geschossen, etwa am Great Smoky Mountains National Park in Pigeon Forge die Ole Forge Destillery und Tennessee Moonshine von Gatlinburg.
Ihre Produkte füllen die Moonshine-Brenner wie früher in Einmachgläser ab. Meistens gibt es sie auch als fruchtige Mischgetränke, ob mit Melone, Erdbeere oder Pfirsich. Kostenlose Verköstigungen verschaffen einen Überblick in der oft hochkreativen Vielfalt.

Trockene Landkreise


Das Tennessee Stillhouse in Chattanooga verkauft feineren, auch experimentellen Whiskey in schönen Flaschen und gräbt dafür teils zwei Jahrhunderte alte Rezepte wieder aus.
Mussten Tim Piersant und Joe Ledbetter anfangs noch außerhalb des Staates produzieren, so geschieht dies jetzt auch in den eigenen Räumen der Mikrodestille und Bar: mit Chattanoogas erster Brennlizenz seit der Prohibition.
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Whiskey aus Cattanooga.
Die beiden Gründer sind stolz darauf, dass sie "100 Jahre Prohibition ungeschehen machen". Sie übertreiben kaum, denn auch vorher gab es schon Verbote und noch heute sind viele Landkreise in Tennessee "trocken".
Manche Kreise können das Verbot nicht aufheben, denn ein Gesetz des Staates verlangt eine Volksabstimmung. Dumm nur: Ein anderes Gesetz schreibt dafür eine Einwohnerzahl von mindestens tausend vor, und die muss man erstmal haben.

Sitz der Weltmarke


Weit von dieser Zahl entfernt rangiert ausgerechnet Moore County, die Heimat einer Weltmarke. Die Jack Daniel Distillery ist Mitglied der Gilde und ein Stopp auf dem Trail.
Sie produziert in Lynchburg mit ihrem Tennessee Whiskey jede Flasche eines Getränks, das sich ebenfalls vom Bourbon deutlich abgrenzt.
Verkürzt gesagt: Man gibt herkömmliches Bourbon-Destillat nicht gleich ins Fass, sondern lässt es vorher durch fein zerbröselte, drei Meter hoch geschichtete Holzkohle aus Zuckerahorn träufeln, was die Fuselstoffe herausfiltert.
Die Passage dauert drei Tage. Nur was diese Reise absolviert hat, darf sich "Tennessee Whiskey" nennen. Unten heraus kommt Kristallklares; seine Farbe gewinnt der Whiskey erst in ausgeflämmten Eichenfässern.

Whisky aus Hessen


Früher gab es Hunderte Hersteller von Tennessee Whiskey, heute sind es noch zwei: neben der Weltmarke ist es George Dickel im nahen Cascade Hollow bei Tullahoma, ebenfalls vor anderthalb Jahrhunderten gegründet: von Georg Adam Dickel, einem Einwanderer aus Hessen-Darmstadt. Sein Whisky schreibt sich, untypisch für die USA, wie in Schottland ohne "e".
So klein der Betrieb auch ist, spielt George Dickel doch eine sehr wichtige Rolle: damit, zu unterstreichen, dass "Tennessee Whiskey" nicht etwa gleichbedeutend ist mit der Weltmarke nebenan, sondern eine ganz eigene Kategorie neben dem Bourbon darstellt.
Beide Destillen überstanden die Prohibition, weil sie Whiskey in kleinen Mengen als Medizin brennen durften. Heute bieten sie kostenpflichtige Führungen an.
Verbote hin oder her: Gegen einen Aufpreis gibt es auch in Lynchburg eine Verköstigung, zudem sind besondere Abfüllungen für Sammler im Angebot.
Einer der Führer, Dusty Dickey, weiß alles über Holzkohle und den Whiskey, ist er doch ein direkter Nachfahre des Startup-Gründers von 1866, Jack Daniel.

Feste für den neuen Trail


Die Website tnwhiskeytrail.com weist den Weg zu allen 25 Betrieben. Dort findet man auch eine ausgearbeitete Route von zehn Tagen.
Wer alle besucht und in seinem Trail-Pass abstempeln lässt, bekommt ein kleines Geschenk. Doch ist die Route so angelegt, dass auch Teilstücke viele Erlebnisse bieten.
Die Tennessee Distillers Guild hat den Tennessee Whiskey Trail im Juni mit einem Fest in Franklin eingeweiht. Eine zweite Feier gibt es zum jährlichen Grains and Grits Festival der Gilde am 3. und 4. November in beschaulichen Townsend inmitten der Smoky Mountains. Im Mai 2018 soll ein drittes Gründungsfest in Memphis folgen.


INFORMATIONEN
Kostenlose Reiseinfos: Tennessee Tourism, Horstheider Weg 106a, 33613 Bielefeld, Tel. 0521/986-0415, www.tennessee.de



 

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