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Fort Jefferson, Dry Tortugas National Park © Visit Florida
© Visit Florida

Nationalparks der USA: Dry Tortugas, Florida



Sieben Sandinseln am südlichen Zipfel Floridas sorgen für karibische Träume. Und mittendrin thront eine alte, wuchtige Festung.


DER PARK


Aus dem Weltraum gesehen sind die Dry Tortugas nicht einmal Inseln. Sie sind Schlieren von Land, die tief im Golf von Mexiko durch ein Pfefferminzmeer kleckern. Die verletzlichen, schmalen Sandbänke sind im Moment zu siebt. Doch einige von ihnen sind so flach, dass sie nach Hurrikanen unter dem tobenden Ozean verschwinden und manchmal nie wieder auftauchen.
Hauptanziehungspunkt neben der Sand-und-Palmen-Idylle ist Fort Jefferson. Die bullige Festung würde selbst dann beeindruckend wirken, wenn es sie nicht auf das Korallenatoll am Ende der Welt verschlagen hätte.
Die meisten der 61.000 Besucher im Jahr kommen für Tagesausflüge von Key West zu den Tropeninseln. Doch die ganz großen Südseemomente bleiben hier den Campern vorbehalten: Wenn die Fähren vor Sonnenuntergang wieder ablegen und die Wasserflugzeuge gestartet sind, bleiben sie mit einem perfekten Sonnuntergang und einem wundervollen Sternenhimmel zurück - über 100 Kilometer von den Florida Keys entfernt, die selbst schon Außenposten der Zivilisation sind.
Lägen die Dry Tortugas nicht dort, wo sie liegen, würden nur Kartographen von ihnen Notiz nehmen. Doch die Tortugas sind immer wieder ein strategisch wichtiger Punkt gewesen: Zuerst für die Seevögel, die hier jedes Jahr einen Zwischenstopp auf ihrer Wanderung einlegen.
1513 landete der spanische Seefahrer Ponce de Leon auf den sandigen Koralleninseln und entdeckte zu seiner Freude Riesenschildkröten, die er als Proviant mitnahm. Auch heute legen die Schildkröten jeden Sommer 15.000 Junge in über 250 Nester - ein Beweis dafür, wie unberührt die Inseln und das Meer drum herum geblieben sind.
1846 entdeckten dann die Militärs die flachen Landbänke: Sie wurden als entscheidender Standort ausgemacht, um den Golf von Mexiko zu sichern und die eigene Küste zu schützen, vor allem vor Piraten. Ein Stützpunkt musste her.
Bis 1861 wurden die meisten der 16 Millionen Ziegelsteine für Fort Jefferson vom 70 Meilen entfernten Festland eingeschifft. Das mächtige Sechseck bedeckt Garden Key Island fast ganz, seine Mauern sind 14 Meter hoch. Es sollte mit 1.500 Soldaten bemannt werden, die aus 450 Riesenkanonen das Feuer eröffnen konnten.
Doch ohne jemals einen Kampf gesehen zu haben, wurde das Fort Ende des 19. Jahrhunderts in ein Kohlelager umgewandelt und schließlich als Gefängnis genutzt. Ausbrecher schienen völlig chancenlos zu sein, bis ein Gefangener auf einer Planke nach Loggerhead Island hinüberschwamm, das Boot des Leuchtturmwärters stahl und die 120 Kilometer nach Kuba ruderte. Der Leuchtturm war nötig geworden, weil über 300 Schiffe in den flachen Gewässern um die Dry Tortugas versunken sind.
Heute sind die Keys vor allem für Flüchtlinge strategisch wichtig. Jährlich steuern hunderte von Kubanern die Inseln an. Um in die Vereinigten Staaten einreisen zu dürfen, reicht es nämlich nicht, in amerikanischen Gewässern zu treiben. Die Kubaner müssen einen Fuß auf ein Stückchen US-Festland gesetzt haben - so klein es auch sein mag.

WASSERSPORT


Bunte Seefächer schaukeln in der sanften Strömung, Seeanemonen recken ihre rosa- und lilafarbenen Tentakeln Richtung Oberfläche, während riesige Barrakudas über Schwämme und Korallenhaufen schweben: das Unterwasserleben vor den Dry Tortugas ist legendär und vor allem für Anfänger leicht zu erschließen.
Weil das Wasser so seicht ist, braucht man nicht zu tauchen, schon beim Schnorcheln können Besucher die Pracht des tropischen Meeres erleben. Parkranger oder die Besatzung der Ausflugsboote statten die Schnorchler zur Sicherheit mit Bojen aus, Tauchbrillen und Flossen gibt es zu mieten.
Kajakfahrer können ihre Boote mit auf die Inseln bringen und auf Garden Island zu Wasser lassen. Aber auch Schwimmer müssen nicht auf der Hauptinsel bleiben: Bis nach Bush Key zum Beispiel sind es höchstens 150 Meter.

ANREISE


Die Dry Tortugas sind nur mit der Fähre, einem Ausflugsboot oder dem Wasserflugzeug von Key West aus zu erreichen. Die Fähren verkehren täglich, soweit es das Wetter erlaubt, und brauchen etwas über zwei Stunden zu den Inseln. Die Überfahrten beinhalten meistens Ausrüstung zum Schnorcheln oder Fischen, sowie eine geführte Tour durch das Fort.

CAMPING


Für den Campingplatz gibt es keine Reservierung: Wer zuerst kommt, ergattert einen der zehn Plätze. Es wird allerdings niemand abgewiesen. In der "Overflow Area" muss man zwar Tisch und Grill mit anderen teilen, Sonnenuntergang und Sternenhimmel aber sind dieselben. Allerdings gibt es nur Toiletten und keine Duschen, alles muss selbst mitgebracht werden, sogar das Trinkwasser.

AUSKUNFT


Infos über den Park unter www.nps.gov/drto


Ausgabe 5-2008

© Text: AMERICA/Lukas Martin
 

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