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Great Smoky Mountains National Park, Tennessee.  © Christian Heeb
© Christian Heeb

Nationalparks der USA: Great Smoky Mountains, Tennessee/North Carolina



Er ist zwar der meistbesuchte Nationalpark der USA, bietet aber dennoch viel unberührte Natur und unendliche Möglichkeiten für Wanderer.


DER PARK


Altes Land der Cherokee, einsamer Wunderwald, Staugebiet unter Naturschutz und Familien-Erholungsort - der meistbesuchte Nationalpark der USA ist alles ein bisschen. Mehr als neun Millionen Menschen strömen jedes Jahr durch die Tore des Parks, der auf der Grenze zwischen Tennessee und North Carolina liegt.
Auf einer Fläche doppelt so groß wie Berlin gibt es genug Natur, um den Touristenansturm aufzufangen. Immer noch lassen sich Stellen finden, an denen man nur den dichten Laubwald arbeiten hört oder Waschbärjungen ungestört an einem Bergbach spielen.
Drei Eingänge führen in den Park hinein und jeder besitzt seinen eigenen Charakter. Es ist schon fast eine Frage der Philosophie, welchen man wählt. Das beliebteste Tor zum Park ist Gatlinburg, das in Tennessee an der Nordgrenze des Naturreservats liegt, in direkter Nachbarschaft zu Pigeon Forge. Die Stadt ist ein einziger großer Vergnügungspark mit Shopping Malls rundherum und Dollywood in seinem Zentrum - dem Freizeitpark von Country-Star Dolly Parton.
Great Smoky Mountains National Park, Tennessee.  © Christian Heeb
© Christian Heeb
Einstiges Jagdgebiet der Cherokee.
Viele der Besucher fahren weiter in die Smoky Mountains und bringen den Rummel mit nach Gatlinburg. Hier buhlen Handwerkskunststände mit grellen Familienattraktionen um das Geld der Touristen. Aus dem Trubel in den stillen Wald einzutauchen, ist schon ein besonderes Erlebnis. Das heißt, wenn man es genießen kann. Am Wochenende stehen die Autos hier oft Stoßstange an Stoßstange.
Gerade auf dem bei Gatlinburg gelegenen Roaring Fork Nature Trail stockt der Verkehr. Der sechs Kilometer lange Naturlehrpfad für Autofahrer führt durch einen Urwald aus Hemlock-Tannen hinauf in die Berge. Dort hat man eine herrliche Aussicht auf die Cove Mountains und die Sugarlands.
Zwölf Kilometer weiter östlich liegt das zweite Gateway zum Nationalpark in Tennessee. Townsend wird zwar auch von Hotels, Motels, Restaurants und Souvenirläden dominiert, ist aber wesentlich ruhiger. Von hier aus gelangt man bequem auf die Cades Cove Loop Road. Achtung: Im Sommer und an Wochenenden ist es auch hier voll. Wer aber einen ruhigen Morgen erwischt, gleitet über Felder mit Magnolien, begrenzt von Kastanien, Tulpen- und Ahornbäumen.
Der einspurige Rundweg am Ende der Cades Cove Loop Road führt hinein in die Geschichte der Great Smoky Mountains. 1819 gestatteten die Cherokee den weißen Siedlern in einem Vertrag, die Bäume der Gegend zu fällen. Bis 1850 hatten sich hier 680 Menschen angesiedelt. Die Rodungen in den Smoky Mountains gingen schließlich soweit, dass das Gebiet 1926 geschützt und 1934 zum Nationalpark erklärt werden musste. Inzwischen haben sich die Wälder erholt und bedecken wieder 90 Prozent des Parks.
Die Holzfäller und ihre Familien aber mussten weichen und ihre Gebäude bilden heute eine Art Freilichtmuseum: Blockhütten aus handbehauenen Baumstämmen, Kirchen, Mühle, Schmiede und Räucherhaus liegen verlassen da und geben der Berglandschaft ein wildromantisches Flair. Die einzelnen Haltepunkte der Tour sind markiert und werden in einem kleinen Buch beschrieben, dass die Besucher am Parkeingang bekommen können.
Great Smoky Mountains National Park, Tennessee.  © Christian Heeb
© Christian Heeb
Im Park gibt es viele Spuren einstiger Besiedelung.
Von der Cades Cove Loop Road zweigen zwei der schönsten aber weniger frequentierten Routen ab. Die Rich Mountain Road führt im Norden aus dem Tal heraus. Bevor sie aber wieder nach Townsend hinunterführt, klettert sie auf den Rich Mountain und bietet von dort oben herrliche Blicke auf Glades Cove. Man kann sie auch benutzen, um zu Stoßzeiten dem dichten Verkehr auszuweichen - in 30 Minuten gelangt man aus dem Park heraus.
Die Parson Branch Road mäandert wie ein Wanderweg durch die alten Wälder im Süden von Cades Cove. Die enge Schotterstraße führt in die Wildnis, durch flache Bäche, über den Bergrücken und an Flussläufen entlang.
Wer sich für Indianer interessiert, kann den Park über das Cherokee Gateway in North Carolina auf den Spuren der alten Indianertrails erkunden. Der Eingang liegt im Cherokee-Reservat am südlichen Ende des Blue Ridge Parkways.
Hier startet die Newfound Gap Road ins Herz des Cherokeelandes. Die Straße folgt einem alten Trail, den die Indianer nutzten, um über die Appalachen zu ziehen. Im 15. Jahrhundert entdeckten spanische Eroberer die Route, aber schon vor 3.000 Jahren war die Gegend eine Hochburg der indianischen Kultur, deren Grabhügel man heute noch sehen kann.
In den 1830ern wurden 50.000 Cherokee der Region zusammengetrieben und nach Oklahoma deportiert. Einige aber versteckten sich in abgelegenen Teilen der Smoky Mountains, um Jahrzehnte später wieder aufzutauchen und Clan für Clan ihr Land zurückzufordern. Das Cherokee Indian Reservation ist heute über 215 Quadratkilometer groß.
Die Newfound Gap Road ist 65 Kilometer lang und steigt von 600 Metern Höhe auf über 1.500 Meter an. Auf diesen 900 Metern Höhenunterschied bietet die Strecke, was in der Pflanzenwelt einer Reise von Georgia nach Kanada entspricht: Von südlichen Harthölzern (Tulpen-Pappeln, Linden und Rotem Ahorn) über Kiefern und Eichen zu nördlichen Harthölzern (wie sie in Neu-England, New York und Ontario wachsen) bis zu Heideland und Rottannen reicht das Spektrum.
Auf dem abzweigenden Clingmans Dome Drive kommt man auf dem Appalachengrat an, der an dieser Stelle 2.025 Meter hoch ist und den besten Ausblick über "Sha-conage" bietet, wie "das Land des blauen Rauchs" auf Cherokee heißt.
Ursprung des Namens ist der blaue Nebel, der oft über den unzähligen Rippen der Appalachen steht. Der Dunst steigt aus Blättern und Unterholz auf, die den Waldboden bedecken und Feuchtigkeit mit Kohlenstoff mischen. Seit den 1950er Jahren aber ist der blaue Rauch häufig auch ganz einfach Smog. In den letzten 60 Jahren hat die Sichtweite im Winter um 40 und im Sommer um 80 Prozent abgenommen. Schuld daran ist nach Angaben der Parkleitung vor allem die Industrie rund um die Smokies. Die Luftverschmutzung setzt auch den Fichten hart zu. Gegenmaßnahmen zeigen bisher noch wenig Wirkung.



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© Text: AMERICA/Lukas Martin
 

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