Mehr als Strandurlaub
Kilometerlange, teils unberührte Strände aus weichem, feinen Sand und durchschnittlich um die 230 – 240 Sonnentage im Jahr: Florida gilt als Traumziel für entspannte Urlaubstage am Meer. Der Bundesstaat hat aber noch mehr zu bieten – und selbst die klassischen Badeorte locken mit überraschenden Erlebnissen. Drei Geheimtipps
Shrimps satt auf Amelia Island
Fernandina Beach auf Amelia Island gilt als „Geburtsort der modernen Garnelenindustrie“, denn die Gewässer vor der Küste waren immer voll von den köstlichen Meeresfrüchten. Ältere Fischer berichten, dass man einst ohne Lizenzen und Regeln einfach loslegen konnte. Vor dem Jahr 1900 galt Louisiana noch als Nummer 1 der Branche, aber dann tauchte Sollecito Salvatore auch, später bekannt als Mike Salvador.
Der Sizilianer trug maßgeblich zur
Verbesserung der Fangzahlen bei, weil er ein Ruderboot mit einem Motor ausstattete.
Dadurch konnte er sein Fischernetz auch in tieferen Gewässern besser einholen
und den Fang steigern. Diese heute unbedeutend erscheinende Veränderung hat die
Branche revolutioniert und Amelia Island den Boom in der Garnelenindustrie
beschert.
Im Jahr 1915 begann eine andere Familie in Fernandina, die auch heute noch
Netze herstellt, mit der Produktion von Fischernetzen. Nur wenige Jahre später meldeten
die Fischer an der gesamten Ostküste Floridas bereits einen Fang von knapp neun
Millionen Pfund Garnelen.
Inzwischen hat sich das Geschäft auf Amelia Island zwar zugunsten von Ausflugsbooten verschoben, doch die Shrimps spielen nach wir vor eine große Rolle. Besucher erleben eine große Auswahl an Restaurants mit Shrimpgerichten und ein eigenes Festival, das den kleinen Tieren gewidmet ist. Dabei findet zum Beispiel ein Shrimp-Wettessen statt und ein Wettbewerb für den am schönsten geschmückten Garnelenkutter. Außerdem gibt es einen nationalen Shrimp-Tag, den 10. Mai.
Kenner der älteren Generationen behaupten, dass
die einheimische, wild gefangene Garnele von früher süßer, intensiver und
besser schmecke als die gezüchtete, die es heute überwiegend gibt. Amelia
Island bietet zahlreiche Gelegenheiten, dies für sich selbst zu entscheiden.
Festival: Home - Isle of Eight
Flags Shrimp Festival, nächster Termin:
01.-03. Mai 2026
Restaurantempfehlungen
Weitere
Infos
Nachhaltiger Urlaub an Florida‘s Paradise
Coast -
Naples, Everglades & Marco Island
80 Prozent der Fläche von Collier County sind
als Parkland oder Naturschutzgebiet ausgewiesen. Es bietet sich daher an, diese
Gegend aktiv und umweltschonend zu erkunden, insbesondere die Everglades mit
dem gleichnamigen Nationalpark. Dieser ist Weltkulturerbe und
Biosphärenreservat und entstand 1947 als erster Nationalpark zum Schutz der
Biodiversität. Der Park erstreckt sich über 6.000 Quadratkilometer Fläche mit
einer eindrucksvollen Vielfalt an Pflanzen und Tieren.
Der Golfküste vorgelagert ist die Inselwelt der Ten Thousand Islands. Das
Naturschutzgebiet umfasst mehrere Lebensräume von Mangroven über Sümpfe bis zu
Wäldern mit tropischen Harthölzern. Hier leben Manatees, Delfine, Seeadler,
unzählige Wasservogelarten und Meeresschildkröten friedlich in den warmen
Gewässern. Tierbeobachtungen oder Bootsausflüge zu den spektakulären
Sonnenuntergängen sollten für den Naturfreund daher ohne Motor stattfinden.
Auch der 170 Hektar große Botanische Garten
von Naples ist ein beeindruckendes Beispiel für die Bedeutung der Natur in
der Region. Er umfasst 90 Hektar Naturschutzgebiet in The Preserve, darunter
Seen, sieben unterschiedliche Ökosysteme, Naturlehrpfade und einen
Vogelbeobachtungsturm.
Die jüngste Generation wird in Naples im Golisano Kindermuseum (C’MON)
an das Thema Natur- und Artenschutz herangeführt. Es ist das erste grüne Museum
in Collier County und dient auch als Lernlabor, das Besuchern zeigt, wie sie
ihr eigenes Zuhause umweltfreundlicher gestalten können. Zu den
umweltfreundlichen Merkmalen von C'MON gehören recycelte Materialien,
Regenwassernutzung und eine Windkraftanlage.
Das Nature Center der Conservancy of Southwest Florida bietet neue und
modernisierte Ausstellungen und Aktivitäten und zählt damit zu den
umweltfreundlichsten Naturattraktionen des Landes. Das Zentrum nutzt ein
integriertes Energiemanagementkonzept mit Geothermie, Solarenergie,
LED-Beleuchtung und intelligenten Gebäudetechnologien.
Man kann sogar ein Umweltlernzentrum besuchen. Es liegt im 110.000
Hektar großen Naturschutzgebiet Rookery Bay und hat als Höhepunkt ein riesiges
Mangrovenaquarium, wo man alles über diese wichtigen Pflanzen lernt.
Als Gast kann man auf vielfältige Art umweltfreundlich unterwegs sein: Die
Innenstadt von Naples kann man zum Beispiel per stromgetriebenem Segway statt mit
dem Mietwagen erkunden. Überall kann man Fahrräder mieten und die Wasserwege
per Kanu oder Kajak erobern. Es gibt Eco-Touren in die Everglades und Kanu-
oder Kajaktouren zu den Ten Thousand Islands. Verschiedene lokale Touranbieter
haben sich der Vereinigung Florida Society for Ethical Ecotourism
angeschlossen.
Erwähnenswert ist auch das öffentliche
Busnetz von Collier County (CAT), das zu den Haupttouristenzeiten im Frühjahr
und Herbst gratis Shuttles zu den Stränden bereitstellt. Besonders engagierte
Besucher dürfen gerne ehrenamtlich
helfen.
Eco-Touranbieter: floridasee.org, visitflorida.com, paradisecoast.com
Everglades
Nationalpark
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Kulturelles und historisches Juwel Pensacola
Interessante historische Spuren findet man
auch in einem Strandparadies wie dem Panhandle an der Golfküste. Pensacola
beherbergt viele historische Plätze. Allein in Downtown kann man fünf
sehenswerte historische Orte auf einem Rundgang erkunden.
Die Palafox Street zum Beispiel wurde schon 1763 von den Briten erbaut,
die damals Florida kontrollierten. Sie ist gesäumt von hübschen historischen
Gebäuden und lädt zum Bummeln ein. Später übernahmen die Spanier, die an der Plaza
Ferdinand 1821 Florida an die USA zurückgaben. Die Plaza gehört zum
National Register of Historic Places.
Die Palafox, zur Zeit der Engländer als George Street betitelt, führte einst
zum Fort George. 1781 kam es zur Schlacht, bei der die Spanier Pensacola
von den Briten eroberten. Die sogenannte Siege of Pensacola spielte eine
wichtige Rolle in der Amerikanischen Revolution, unter anderem, weil den Briten
als Folge der Zugang zum Mississippi als strategischen Ort für Nachschub verwehrt
wurde.
Selbst etwas Wildwest gibt es hier im Osten der USA: An der Kreuzung von
Tarragona und Zaragoza Streets wurde 1877 der texanische Outlaw John Wesley
Hardin, der diverse Morde zu verantworten hatte, geschnappt und verhaftet.
Unbedingt besuchen sollte man „The Blocks“, heute
Belmont-Devillers genannt. Das Viertel ist voll mit Geschichte der afroamerikanischen
Bevölkerung. In den 40er-, 50er- und 60er-Jahren, als die Rassentrennung noch galt,
entstanden hier Restaurants, Musikclubs und Kunst der Schwarzen. Hier gibt es
einige empfehlenswerte Restaurants wie das „Blue Dot“, das seit 1947 die besten
Burger der Stadt machen soll, oder das „Five Sisters Blues Café“ mit
authentischer Südstaatenküche.
Historische Walking Tour
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