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 © Graciela Iturpide
© Graciela Iturpide

Berlin: Fotokunst aus Mexiko



Die Fotogalerie C/O Berlin zeigt noch bis 10. Juni die erste große Retrospektive der mexikanischen Fotografin Graciela Iturbide (geb.1942), eine der bedeutendsten Stimmen der zeitgenössischen Fotografie Lateinamerikas.

Mit rund 250 Werken, darunter zahlreiche Vintage-Prints, Kontaktabzüge, Farbaufnahmen sowie Schwarz-Weiß-Fotografien, zeigt die Retrospektive die außergewöhnliche Bandbreite ihres Schaffens von den späten 1960er-Jahren bis in die Gegenwart.
In enger Zusammenarbeit mit der Künstlerin entwickelt, zeigt die Ausstellung ikonische Serien ebenso wie bislang selten oder nie präsentierte Aufnahmen und zeichnet die Entwicklung einer fotografischen Praxis nach, die über fünf Jahrzehnte hinweg das Bild des Landes und seiner Menschen nachhaltig mitgeprägt hat.

Rolle der Frauen


Iturbides Werk untersucht die oft intimen Beziehungen zwischen Identität, Ritual und Gesellschaft. Mit großer Sensibilität nähert sie sich Menschen und Gemeinschaften, die sie porträtiert, und sucht in ihren Bildern das Poetische im Dokumentarischen.
Ein zentrales Thema der Ausstellung ist die Darstellung von Frauen und ihrer gesellschaftlichen Rolle. In ihrer Serie „Juchitán de las Mujeres“ über die Zapotekinnen in Juchitán, Oaxaca, zeigt Iturbide eine soziale Struktur, in der Frauen bedeutende wirtschaftliche und öffentliche Positionen einnehmen und damit Geschlechterstereotype herausfordern.

Subkultur aus East Los Angeles


Weitere Werkgruppen führen in andere Regionen und gesellschaftliche Kontexte. In den 1970er- und 1980er-Jahren fotografierte Iturbide die nomadische Gemeinschaft der Seri im Nordwesten Mexikos, deren Lebensformen von Unangepasstheit gekennzeichnet sind.
Mit der Arbeit La Matanza schuf Iturbide einen eigenständigen Zyklus, der das rituelle Ziegenschlachten in der Mixteca-Region dokumentiert und verdeutlicht, wie Kolonialismus, Ritual, Überleben und Tod ineinandergreifen.
In den 1980er-Jahren porträtierte Iturbide zudem den Alltag der sogenannten Cholos und Cholas, einer mexikanisch-amerikanischen Subkultur, die sich unter anderem in East Los Angeles entwickelt hat. Aus diesen Begegnungen entstand das Langzeitprojekt White Fence, das sie über mehr als drei Jahrzehnte hinweg fortführte.
In ihrer fotografischen Auseinandersetzung mit der Casa Azul, dem Blauen Haus von Frida Kahlo, richtet Iturbide den Blick auf die spürbare Präsenz der Künstlerin. Jahrzehnte nach Kahlos Tod fotografierte sie persönliche Gegenstände – Kleidung und Reliquien, die im Haus verblieben.


INFORMATIONEN
https://co-berlin.org/de



© Text: C/O-Galerie
 
 

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