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 © The Jerry Berndt Estate 2020
© The Jerry Berndt Estate 2020

Hamburg: Dreimal Amerika



Die Deichtorhallen Hamburg eröffnen ihr Herbstprogramm mit drei engagierten Fotoprojekten aus den USA, die noch bis 3. Januar 2021 im Haus der Photographie gezeigt werden.


MATT BLACK
AMERICAN GEOGRAPHY

Der US-amerikanische Magnum-Fotograf Matt Black (*1970) hat in seinen Arbeiten immer wieder den Zusammenhang zwischen Migration, Armut, Landwirtschaft und der Umwelt in seiner Heimat Kalifornien und in Süd-Mexiko dokumentiert.
Für sein Projekt „American Geography“ reiste er über 100.000 Meilen durch 46 US-Bundestaaten, darunter Kalifornien, Oregon, Louisiana, Tennessee und New York.
Auf diesen Road Trips besuchte Black Gemeinden, deren Armutsquote über 20 Prozent liegt und die wie auf einer Landkarte miteinander verbunden werden können.
78 Exponate dieser Reisen bilden den Fokus der von Ingo Taubhorn zusammen mit dem Fotografen kuratierten Ausstellung, die als weltweite Premiere präsentiert wird.
Mit seinen großformatigen quadratischen Schwarz-Weiß-Bildern und überwältigenden Landschaftspanoramen zeigt Black ein Land fern der unbegrenzten Möglichkeiten und eine amerikanische Gesellschaft, die größtenteils von Armut, Chancenlosigkeit und politischer Resignation geprägt ist.
„American Geography“ konzentriert sich auf die am stärksten benachteiligten Orte und ihre Bewohner in den USA. Matt Black fotografierte dazu in den Wüsten im Südwesten über den Black Belt im Südosten bis hin zu den postindustriellen, ehemaligen Fabrikstädten im Mittleren Westen und Nordosten.


 © The Jerry Berndt Estate 2020
© The Jerry Berndt Estate 2020
Seabrook 1976.
JERRY BERNDT
BEAUTIFUL AMERICA


Der amerikanische Fotograf Jerry Berndt (1943–2013) dokumentiert die Zeit zwischen den 1960er- und 1980er-Jahren in Amerika wie kaum ein anderer Fotograf.
Indem er Fotojournalismus mit Dokumentations- und Straßenfotografie kombiniert, gelingt es ihm, über eine Spanne von dreißig Jahren einen einzigartigen Blick auf die soziale Verfassung Amerikas zu werfen.
Gerade weil Berndt Teil der amerikanischen Protestbewegung war, werden zentrale Themen der jüngeren Geschichte wie die Bürgerrechtsbewegung, die Rechte von Afroamerikanern, Patriotismus, Obdachlosigkeit, aber auch die vehementen Proteste gegen den Krieg in Vietnam, Rassismus, Atomkraft visualisiert.
Vor einer tristen Großstadtkulisse zeichnen sich soziale und kulturelle Lebensbedingungen ihrer Bewohner ab, die von tiefer Melancholie überschattet sind.
Berndt stellte sich bis in die 1980er-Jahre hinein konsequent in die Nähe des politischen Konflikts und porträtierte systematisch das Spektrum der amerikanischen Menschen und Stadtlandschaften, von der Mittel- und Arbeiterklasse bis zu den Bewohnern der oft ignorierten Ghettos Amerikas.
Mit Serien zur Anti-Vietnam-Bewegung Ende der 1960er-Jahre, an der er persönlich beteiligt war, und zur Obdachlosigkeit im Amerika der frühen 1980er-Jahre hat er Themen behandelt, die die ungelösten Konflikte eines Landes untersuchen.
Ebenso unprätentiös und präzise fotografiert er den amerikanischen Alltag, in dem sich Konflikte subtil spiegeln: Einkaufszentren, Diners, Parkplätze und Autos sowie Misswahlen und Paraden.


PROTESTSGOVIRAL
BILDER DES AKTIVISMUS AUF INSTAGRAM


Das vom Haus der Photographie entwickelte Ausstellungsformat „protestsgoviral“ knüpft durch seine Thematisierung von sozialen Missständen an die Ausstellungen von Jerry Berndt und Matt Black an und regt dazu an, über die Bedeutung von Hashtags für aktuelle, Aktivismus vermittelnde Fotografie zu reflektieren.
Es erkennt die geposteten Bilder als Zeitdokumente an und sieht deren Verschlagwortung durch Hashtags als ein Phänomen, das bereits Teil der aktuellen Fotografiegeschichte ist.
Seit ihrer Entstehung 2007 auf Twitter und dem Beginn ihrer Nutzung 2010 auf Instagram, wurden Hashtags das universale Verschlagwortungstool in bildbasierten Sozialen Medien. Erst sie machen Beiträge filter- und damit auffindbar.
Da sie ohne Einschränkungen durch hierarchische Zugänge nutzbar sind, ermöglichen Hashtags einem breiten Publikum öffentliche Stellungnahmen und einen unmittelbaren Informationszugriff.
Die Sehnsucht nach Kollektivbildung und einfacher Kampagnenlancierung machte jüngst aus den Hashtags gar öffentlichkeitswirksame Slogans und katapultierte sie aus dem rein digitalen Bereich auf die Straßen.
„protestsgoviral“ basiert auf einer Auswahl »viraler« – sprich überdurchschnittlich häufig genutzter – Hashtags auf Instagram, der populärsten bildbasierten Online-Plattform in den USA.
Die gezeigten Posts werden im Sinne der Schnelllebigkeit von Social Media Beiträgen minütlich aktualisiert. Die Zusammenstellung bietet so einen unmittelbaren Einblick in verschiedene akute Themenfelder des politischen Aktivismus in den USA.


INFORMATIONEN
Haus der Fotografie, Deichtorstr. 1-2, Hamburg, www.deichtorhallen.de/hausderphotographie
Dienstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr



© Text: Deichtorhallen Hamburg
 
 

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